Notiz14. April 20264 min
Warum wir keine Vorphase über drei Monate machen.
Lange Discovery ist oft nur Unsicherheit mit Kalenderterminen. Wir brauchen Klarheit, aber keine Beratungsoper.
Der erste Fehler ist meistens zu viel Abstand zur Realität.
Viele Digitalprojekte starten mit Workshops, Stakeholder-Matrizen und Präsentationen. Das fühlt sich sauber an, entfernt das Projekt aber oft vom eigentlichen Betrieb. Wir wollen schneller an den Punkt, an dem echte Abläufe, echte Daten und echte Ausnahmen sichtbar werden.
Fünf Tage reichen, wenn man richtig schaut.
Wir klären, welche Tools schon da sind, wo Daten entstehen, wer Entscheidungen trifft und welche Arbeit heute manuell passiert. Danach kann man einen Scope schneiden, der klein genug ist, um gebaut zu werden, und groß genug, um Wirkung zu haben.
Scope ist eine Entscheidung, keine Wunschliste.
Ein gutes erstes System löst nicht alles. Es löst den Engpass, der den Rest blockiert. Alles andere kommt später, wenn das Fundament steht und der Betrieb gesehen hat, was wirklich gebraucht wird.
Engineering2. März 20265 min
Airtable als Source-of-Truth: wann es trägt und wann nicht.
Airtable ist stark, solange Prozesse überschaubar bleiben. Kritisch wird es, wenn Tabellen plötzlich ERP spielen sollen.
Airtable ist gut für Struktur, nicht für alles.
Für kleine Teams ist Airtable oft der schnellste Weg von Chaos zu Ordnung. Daten bekommen Felder, Zuständigkeiten und Ansichten. Das reicht für viele interne Prozesse sehr lange.
Die Grenze kommt bei Verantwortung.
Wenn mehrere Systeme schreiben, wenn Rechte komplex werden oder wenn Fehler echte Kosten verursachen, muss Airtable anders eingebettet werden. Dann ist es vielleicht noch Interface oder Admin-Tool, aber nicht mehr alleinige Wahrheit.
Der Trick ist kein Dogma.
Manchmal ist Airtable der Kern. Manchmal ist Postgres der Kern. Manchmal reicht eine saubere Synchronisation zwischen CRM, Website und Backoffice. Entscheidend ist, wer welche Daten besitzt und was bei Fehlern passiert.
Prozess18. Februar 20264 min
Vier Wochen Umsetzung: Wie wir Scope wirklich einfrieren.
Vier Wochen funktionieren nur, wenn Entscheidungen vor dem Build getroffen werden und nicht währenddessen versteckt nachwachsen.
Ein kurzer Build braucht harte Kanten.
Der wichtigste Satz im Projekt ist nicht „Das können wir auch noch machen“. Der wichtigste Satz ist „Nicht in dieser Version“. Nur so bleibt ein System klein genug, um wirklich live zu gehen.
Wöchentliche Demo statt Statusbericht.
Statusberichte erzählen, dass etwas passiert. Demos zeigen, ob etwas funktioniert. Wir wollen jede Woche ein Stück System sehen, klicken und kritisieren können.
Nach dem ersten Live-System wird es leichter.
Sobald ein System benutzt wird, verschwinden viele hypothetische Anforderungen. Dafür werden die echten sichtbar. Das ist der bessere Zeitpunkt für Ausbau.
Notiz7. Januar 20266 min
Individuell, Webflow oder WordPress: die ehrliche Tabelle.
Nicht jedes Problem braucht Custom-Code. Aber nicht jedes Unternehmen sollte seine Prozesse in Website-Baukästen pressen.
Webflow ist stark, wenn Marketing führen soll.
Wenn eine Seite häufig editiert wird, Design wichtig ist und keine komplexe Logik dahinterliegt, kann Webflow die richtige Wahl sein. Das Team bleibt schnell und unabhängig.
WordPress ist stark, wenn Redaktionen zählen.
Viele Inhalte, bekannte Workflows, Rollen und Erweiterungen sprechen für WordPress. Es muss nur sauber gebaut werden, sonst wird es schnell zum Plugin-Lager.
Custom ist stark, wenn Prozesse zählen.
Sobald Logik, Datenmodelle, Schnittstellen oder Rollen wichtiger werden als Seitenpflege, lohnt sich Custom-Code. Dann baut man nicht nur Oberfläche, sondern Betriebssystem für einen Prozess.